Kriminalkommissar
Gereon
Rath
Der nasse Fisch

Berlin im Jahr 1929: eine Weltstadt im Rausch und voller sozialer und politischer Spannungen. Kriminalkommissar Gereon Rath hat es aus seiner Heimatstadt Köln in die deutsche Metropole verschlagen.Nach einem tödlichen Zwischenfall am Rhein versucht er im Sittendezernat der Reichshauptstadt einen Neuanfang. Fasziniert von der vibrierenden Atmosphäre der amerikanischsten Stadt Europas, entnervt von den Razzien in Nachtclubs und Bordellen, zieht es Rath in die Mordinspektion unter dem legendären Kriminalisten Ernst Gennat, genannt Buddha, die angesehenste Inspektion im Polizeipräsidium am Alexanderplatz, deren Ermittler von der Presse wie Stars behandelt werden. Und so nutzt der Neue aus Köln die erste sich bietende Gelegenheit, um wieder als Mordermittler tätig zu werden.

Im Landwehrkanal wird eine Leiche gefunden, ein Toter ohne Identität, der Spuren bestialischer Folterung trägt. Die Mordkommission soll dem unter politischem Druck stehenden Polizeipräsidenten Ergebnisse liefern, doch sie kommt nicht voran. Ungefragt schaltet Rath sich ein und ermittelt auf eigene Faust, entdeckt eine Verbindung zu einem Kreis oppositioneller Exilrussen, die mit geschmuggeltem Gold Waffen kaufen wollen, um einen Putsch vorzubereiten. Auch andere Gruppen sind hinter dem Gold und den Waffen her. Rath bekommt es mit Paramilitärs und dem organisierten Verbrechen zu tun. Er verliebt sich in Charly, eine Stenotypistin in der Mordkommission, und missbraucht ihr Insiderwissen für seine einsamen Ermittlungen. Dabei verstrickt er sich immer tiefer in den Fall — bis er schließlich selbst ins Visier der Ermittler gerät. Rath muss sich entscheiden: Will er Karriere machen? Oder will er die Wahrheit ans Licht bringen?

Der nasse Fisch erzählt von einem einsamen und zu allem entschlossenen Kommissar und liefert das Porträt einer Metropole, die in ihrer Rastlosigkeit, Buntheit und Vergnügungssucht erstaunlich modern und gegenwärtig wirkt — und deren Schicksal vorgezeichnet ist.

Der nasse Fisch, 543 Seiten, erschienen 2007 bei Kiepenheuer & Witsch (Link zum Buch) als Hardcover, Taschenbuch und eBook sowie als Hörbuch bei Argon (6 CDs, 438 Minuten)

Leseprobe - Der nasse Fisch (pdf-Datei, 300kB)

 
Der stumme Tod

Gereon Rath ermittelt hinter den Kulissen der Filmindustrie.
 Der Tod einer Schauspielerin führt den Kriminalkommissar im März 1930 in die Studios der Filmmetropole Berlin. Rath lernt die Schattenseiten des Glamours kennen und erlebt eine Branche im Umbruch. Der Tonfilm erobert die Leinwände, und dabei bleiben viele auf der Strecke: Produzenten, Kinobesitzer – und Stummfilmstars.

Die gefeierte Schauspielerin Betty Winter wird bei Dreharbeiten zu einem Tonfilm von einem Scheinwerfer erschlagen, und zunächst sieht alles nach einem Unfall aus. Bis Gereon Rath, der Kölner Kommissar in der Berliner Mordinspektion, Indizien entdeckt, die auf Mord hindeuten. Während die Kollegen den flüchtigen Beleuchter verdächtigen, ermittelt Rath auf eigene Faust in eine andere Richtung – und steht schnell alleine da.

Eine zweite Schauspielerin wird tot aufgefunden und gibt der Polizei Rätsel auf. Die Todesursache ist unklar, aber es handelt sich um ein Gewaltverbrechen: Der Leiche fehlen die Stimmbänder.

Die Ermittlungen führen Rath zwischen die Fronten rivalisierender Filmproduzenten, ins Berliner Chinesenviertel, in die Unterwelt – und hart an die Grenzen der Legalität. Während es bei der Beerdigung von Horst Wessel zu einer Straßenschlacht zwischen Nazis und Kommunisten kommt, muss Rath seinem Vorgesetzten Böhm aus dem Weg gehen, der ihn von dem Fall abziehen will. Als sein Vater ihn bittet, dem Kölner Oberbürgermeister Konrad Adenauer in einem Erpressungsfall zu helfen, und seine Exfreundin Charly eine erneute Annäherung wagt, droht Rath alles über den Kopf zu wachsen.

Der stumme Tod lässt das Berlin des Jahres 1930 in einem vielschichtigen und spannenden Kriminalfall lebendig werden. Der Roman zieht den Leser mitten hinein in eine Zeit, die unserer Gegenwart viel näher ist, als man glaubt.

Der stumme Tod, 542 Seiten, erschienen 2009 bei Kiepenheuer & Witsch (Link zum Buch) als Hardcover, Taschenbuch und eBook sowie als Hörbuch bei Argon (6 CDs, 398 Minuten)

Leseprobe - Der stumme Tod (pdf-Datei, 470kB)

 
Goldstein

Berlin 1931: Die Wirtschaftskrise verschärft sich, die Auseinandersetzungen zwischen SA und Rotfront werden gewalttätig, in der Unterwelt tobt ein Machtkampf, und Gereon Rath bekommt den Auftrag, den US-Gangster Abraham »Abe« Goldstein zu beschatten. Aus einer Gefälligkeit für das Bureau of Investigation wird ein tödlicher Wettlauf.

Es beginnt im KaDeWe. Alexandra, genannt Alex, und Benny, zwei obdachlose Gelegenheitsdiebe, lassen sich im prächtigsten Konsumtempel der Stadt einschließen, um Schmuck und Uhren zu stehlen. Was bei Tietz und Karstadt noch ein Kinderspiel war, geht nun fürchterlich schief. Am Ende kann Alex knapp entkommen, muss aber mit ansehen, wie Benny zu Tode stürzt – und dass ein Schupo daran die Schuld trägt. Von da an wird sie gejagt.

Rath hingegen langweilt sich auf seinem Beobachtungsposten im Hotel Excelsior, in dem Goldstein Quartier bezogen hat. Dass der Gangster sich längst frei in der Stadt bewegt und dort eine Waffe besorgt hat, ahnt niemand. Unterweltboss Johann Marlow zwingt Rath derweil zu einer privaten Ermittlung: Der rote Hugo, Chef des Ringvereins Berolina und Marlows Geschäftspartner, ist verschwunden. Schnell gerät Gereon Rath zwischen die Fronten eines Bandenkriegs. 

Und dann ist da noch Charlotte Ritter, genannt Charly, seine Nochimmernicht-Verlobte, die ihren juristischen Vorbereitungsdienst im Amtsgericht Lichtenberg angetreten hat. Als Charly eine junge Schwarzfahrerin bei der Vernehmung entwischen lässt, berühren sich ihre Ermittlungen mit denen Gereons – und die beiden bekommen richtig Krach.

Goldstein zeichnet das Panorama einer zerrissenen Stadt auf dem Weg in den Faschismus und mitten darin die Kollision zweier Welten, die sonst wenig miteinander zu tun haben: die Welt der amerikanischen Gangster und die der erstarkenden Nazis in Berlin.

Goldstein, 574 Seiten, erschienen 2010 bei Kiepenheuer & Witsch (Link zum Buch) als Hardcover, Taschenbuch und eBook sowie als Hörbuch bei Argon (6 CDs, 471 Minuten)

Leseprobe - Goldstein (pdf-Datei, 450kB)

 

 
Die Akte Vaterland

Im Juli 1932 steht die Berliner Polizei vor einem Rätsel: Ein Mann liegt tot im Lastenaufzug von Haus Vaterland, dem legendären Vergnügungstempel am Potsdamer Platz, und alles deutet darauf hin, dass er dort ertrunken ist.

Kommissar Gereon Rath ist wenig erfreut über den neuen Fall, denn er hat schon genug Ärger. Seine Ermittlungen gegen einen mysteriösen Auftragsmörder, der die Stadt in Atem hält, treten seit Wochen auf der Stelle, seine große Liebe Charlotte »Charly« Ritter kehrt von einem Studienjahr in Paris zurück und fängt als Kommissaranwärterin am Alex an – ausgerechnet in der Mordkommission, was die Dinge nicht einfacher macht.

Der Tote vom Potsdamer Platz scheint Teil einer Mordserie zu sein, deren Spur weit nach Osten führt. Während Charly als Küchenhilfe ins Haus Vaterland eingeschleust wird, ermittelt Rath in einer masurischen Kleinstadt nahe der polnischen Grenze und gerät in eine fremde Welt. Er macht Bekanntschaft mit wortkargen Ostpreußen, schwarzgebranntem Schnaps und den Tücken der Natur. Die Widerstände gegen den Ermittler aus Berlin wachsen, als er ein lang gehütetes Geheimnis aufzudecken droht.

Während die politisch motivierten Straßenschlachten zwischen Nazis und Kommunisten kurz vor der Reichstagswahl immer mehr Todesopfer fordern, putscht  der reaktionäre Reichskanzler von Papen in Berlin die demokratische Regierung Preußens aus dem Amt und mit ihr die Spitze der von Demokraten geführten Berliner Polizei. Damit verschärft sich die Lage auch für Gereon Rath, der sich im fernen Ostpreußen bisher der Protektion durch Polizeivizepräsident Bernhard Weiß sicher sein konnte ….

Die Akte Vaterland, 576 Seiten, erschienen 2012 bei Kiepenheuer & Witsch als Hardcover (Link zum Buch) und eBook sowie als Hörbuch bei Argon (6 CDs, 441 Minuten)

Leseprobe - Die Akte Vaterland (pdf-Datei, 450kB)

 
Märzgefallene

Rosenmontag 1933: Gereon Rath feiert Karneval in Köln, und der Morgen danach beginnt für ihn mit einem heftigen Kater, der falschen Frau im Bett und einem Anruf aus Berlin: Der Reichstag steht in Flammen! Sofortige Urlaubssperre! Seinen neuen Fall aber erbt Gereon Rath von seinem ungeliebten Vorgesetzten Wilhelm Böhm, der sich unter dem neuen Nazi-Polizeipräsidenten ins politische Abseits manövriert hat: Ein Obdachloser ist erstochen am Nollendorfplatz gefunden worden.

Dessen Vorgeschichte führt weit zurück in den Krieg, in den März 1917, als deutsche Soldaten während der »Operation Alberich« in Nordfrankreich verbrannte Erde hinterließen. Ungesühnte Morde, unterschlagene Goldbarren einer französischen Bank und ein in eine perfide Sprengfalle geratener Hauptmann münden sechzehn Jahre später in eine Mordserie. Der Schlüssel zu all dem scheint der kurz vor der Veröffentlichung stehende Kriegsroman des Leutnants a.D. Achim Graf von Roddeck zu sein.

Rath ermittelt, doch immer wieder funken ihm andere Dinge dazwischen, und da sind die Vorbereitungen für seine Hochzeit mit Charlotte "Charly" Ritter noch das geringste Problem. Er wird in die Kommunistenhatz der Politischen Polizei eingebunden, muss sich mit SA-Hilfspolizisten und dem neuen Polizeipräsidenten, dem Nazi Magnus von Levetzow, herumschlagen und einen Geschäftsfreund des Gangsterbosses Johann Marlow aus den Klauen der SA befreien.

Die Zeiten ändern sich, Deutschland verändert sich, die neuen Machthaber erobern immer mehr Lebensbereiche, und Rath und Charly müssen sich diesen Veränderungen stellen.


Märzgefallene, 608 Seiten, erschienen 2014 bei Kiepenheuer & Witsch (Link zum Buch) als Hardcover und eBook sowie als Hörbuch bei Argon (8 CDs, 560 Minuten, oder ungekürzt als Hörbuch-Download, 1229 Minuten).

Leseprobe - Märzgefallene (pdf-Datei, 890kB)